Kolonie Srednja Rogatka

Die Kolonie lag etwa 5 km im Süden von St. Petersburg. Sie wurde für 22 Familien aus Hessen-Darmstadt an der Straße von Petersburg nach Zarskoje Selo, am „mittleren Schlagbaum“ auf dem Land des Schlossgutes Zarskoje Selo angelegt. Mundartlich wurde die Kolonie auch als 22.er Kolonie benannt. Das Gründungsjahr der Kolonie war 1765. Administrativ gehörte Srednja Rogatka zum Gouvernement St. Petersburg/Gebiet Leningrad. Die Kolonie war vom Typ her eine Mutterkolonie. Die Konfession der Anwohner war evangelisch. Die gesamte Landfläche/-nutzung betrug 660 Desjatinen. Die Einwohnerzahl betrug 1829 -359-,1838 -409-, 1864 -571-, 1915 -665- und 1926 -1.476- Personen. Jeder Familie wurden 30 Desjatinen zugewiesen. 1792/93 wurde eine Abgabe von 61,25 Kopeken je Desjatine Land und 10 Rubel als Rückzahlung der Staatsschuld für diese Kolonie festgelegt. 1797 erhielt die Kolonie noch 226 Desjatinen Land von dem russischen Dorf Kamenka zugeteilt, um jeder Familie zusätzlich 30 Desjatinen (1 Joch) zuzuweisen. 1805 wurde die Tilgungsrate der Staatsschuld pro Jahr auf 20 Rubel erhöht. 1824 hatte die Kolonie 26 Häuser und 136 männliche Seelen. Die jährliche Tilgungsrate wurde auf 40 Rubel erhöht. Seit 1830 verzogen Kolonisten aus Srednjaja Rogatka in Tochterkolonien im Umkreis von St. Petersburg (Graschdanka im Wolost Murino). Später wurden Einzelhöfe oder Kleinsiedlungen (bis 4 Höfe) auf Kaufland in der näheren und weiteren Umgebung gebildet. Durch den Wegzug von Kolonisten zwischen 1825 und 1846 erhöhte sich die Einwohnerzahl nur langsam. Diese Kolonisten liessen sich auf Kaufland am Peterhofer Wege nieder und zwar auf Einzelhöfen. Im Jahre 1825 kauften Herlemann und Bauer je 38 Dej. des Buxhövedenschen Dorfes Solomina, welches auch Bukseeva genannt wurde. 1836 kaufte G. Schäfer 90 Desj. am Peterhofe Weg. 1838 kauften A. Bertsch und der gleiche Schäfer 62 Desj., 1849 kauften P. und J. Bertsch 72 Desj. Land. 1829 lebten in der Kolonie 38 Familien mit 174 männlichen und 185 weiblichen Angehörigen. Es gab 53 Kolonistenhäuser. Im Durchschnitt bestand eine Familie aus 9,4 Angehörigen. Es gab ein lutherisches Bethaus und eine Dorfschule. Der Kartoffelanbau war eine Haupteinnahmequelle, daneben wurden verschiedene Hausgewerbe betrieben. Die Gemeinde gehörte zum Kirchspiel Neu-Saratowka. Im Zuge einer russischen Verwaltungsneugliederung im Jahre 1927 wurde der Wolost in einen der Stadt Leningrad unterstehenden Rayon eingegliedert und bildete nun einen eigenen Dorfsowjet mit 6 bewohnten Orten und 453 Wirtschaften. In der Kolonie wurde ein Kolchos „Thälmann“ gebildet, der wirtschaftlich zu den führenden im Gebiet Leningrad gehörte.

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Karte der Kolonie Srednja Rogatka

Srednja Rogatka

 

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Liste der Kolonisten in Srednja Rogatka

Ahmann Bauer, Johann Bauer, Matthias Becker
Bertsch Bock Breunig Eidemüller
Franz Gehrich Heer Kling
Köhler Lehn Lohrer Lorethus
Maas Meng Reinhardt Schäfer
Schmidt, Georg Schmidt, Valentin Schmidt, Carl Stern
Walther

 

 

 

 

Srednja Rogatka, Revision 1811

 

Liste der Kolonisten von Srednja Rogatka im Jahre 1916

 

Korrespondenz zu Immobilien der Kolonisten im Jahre 1916